ER#BEZIEHUNG 2022

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Erinnerung, Lüge, Moral betreffen uns immer wieder in vielen Bereichen der Gesellschaft. Wertekataloge werden erstellt. Wie aber kommt die Moral den Kopf, wie erinnern wir uns, wie halten wir das richtige Maß, in einer immer mehr auf Einzelleistung aufbauenden Welt, die den Egoismus fördert? Was kann richtige Beziehungsarbeit dazu beitragen? Diese Fragen versucht unsere heurige Vortragsreihe zu beleuchten und zu diskutieren.


Die „Tyrannenlüge“ – warum unsere Kinder genau das sind was die Welt von morgen braucht

Julia Dibbern

Montag, 7.3.2022 – 19:00
VHS Linz, Wissensturm, Kärntnerstraße 26,
Veranstaltungssaal E09

Laute Kinder sind keine Tyrannen, und ratlose Erwachsene keine Versager. Werfen wir einen kurzen Blick in die Geschichte der Kindheit und fragen die Wissenschaft, um zu verstehen, was heute zeitgemäß ist und Familien für die Zukunft stärkt. Ein inspirierender Vortrag um Grenzen setzen und Familienresilienz.

Julia Dibbern ist Autorin, ausgebildete Fachjournalistin und Nachhaltigkeitsjournalistin mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit und Familie. Sie führte den Anahita-Verlag, der sich der Publikation bedürfnisorientierter Literatur widmete, bevor sie großen Verlage dieses Thema aufgriffen. Außerdem gründete sie das Elternforum »Rabeneltern« mit und hob gemeinsam mit Nicola Schmidt das »artgerecht-Projekt« aus der Taufe. Heute schreibt sie hauptberuflich Sachbücher und Romane. Sie lebt mit ihrer Familie vor den Toren Hamburgs.

Eintritt: € 5,- (ermäßigt: € 2,50)
Wir bitten um Anmeldung unter 0664/1513992 oder

Folder zum Download


Wie kommt die Moral in den Kopf?

Prof. Dr. Klaus Wahl

Montag, 21.3.2022 – 19:00
VHS Linz, Wissensturm, Kärntnerstraße 26, Veranstaltungssaal E09

Moral – damit beschäftigen sich Politiker, Pädagogen und die Presse gerne. Wie Moral zustande kommt, ist ein jahrtausendealtes Thema von Philosophie und Theologie, neuerdings auch von Evolutionswissenschaften, Gehirnforschung, Entwicklungspsychologie und Soziologie. Doch zwischen Tugenden und Tun herrscht eine fragwürdige Beziehung: Wir sollen nicht lügen, aber alle lügen. Die bio-psycho-soziale Entstehung von Moral und Verhalten hat Konsequenzen für die Pädagogik.

Prof. Dr. Klaus Wahl arbeitete am Deutschen Jugendinstitut (München), am Hanse-Wissenschaftskolleg (Delmenhorst) und am Psychosoziale Analysen und Prävention – Informations-System (München). Seine empirischen und theoretischen Forschungsbereiche waren u. a. Gewalt in Familien sowie die Entstehung von Moral, Aggression und Fremdenfeindlichkeit bei Kindern, Jugendlichen und Gewalttätern sowie Präventionsmöglichkeiten. Dabei kooperierte er u. a. mit Forschenden aus der Verhaltensbiologie, Neuropsychologie, Psychologie, Erziehungswissenschaft und Soziologie. Klaus Wahl lehrte daneben an der Universität München und als Gastprofessor an weiteren Hochschulen in Deutschland, Italien, Brasilien und Chile.

Eintritt: € 5,- (ermäßigt: € 2,50)
Wir bitten um Anmeldung unter 0664/1513992 oder

Folder zum Download


Über das Erinnern und Vergessen

Neue Erkenntnisse aus der Gehirnforschung – Wie unser Gehirn Erinnerungen erzeugt

Prof. Simon Hanslmayr

Montag, 4.4.2022 – 19:00
Die Veranstaltung findet online über Zoom statt.

Unser Gehirn besitzt eine außerordentliche Fähigkeit: es kann mental auf Zeitreise gehen. Scheinbar mühelos können wir uns an vergangene Erlebnisse erinnern und diese vor unserem geistigen Auge abspielen. Welche Gehirnprozesse ermöglichen diese mentale Reise in die Vergangenheit? Damit eine dauerhafte Erinnerung entsteht, muss das Gehirn mindestens zwei Prozesse erfolgreich ausführen. Zum einen muss es über Mechanismen verfügen, die eine bestimmte Episode zum Zeitpunkt des Erlebens festhalten. Dieser Prozess wird als Enkodierung bezeichnet. Zum anderen muss unser Gehirn diese spezielle Episode zu einem späteren Zeitpunkt auch wiederfinden und abrufen können. In beiden Fällen spielt eine Gehirnregion eine ganz besondere Rolle – der Hippocampus. Unsere Forschung hat gezeigt, dass der Hippocampus beim Enkodieren von neuen Erlebnissen Nervenzellen synchronisiert und auf diese Art sehr komplexe Muster im Hirn abspeichern kann. Durch geeignete Hinweisreize können diese Muster dann Minuten, Tage oder selbst Jahre später abgerufen („reaktiviert“) werden, und auch dieser Abrufprozess wird zeitlich ganz exakt vom Hippocampus koordiniert. Dieser Vortrag gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Gedächtnisforschung, Methoden mit denen wir Gedächtnisse im menschlichen Gehirn „sichtbar“ machen, und die großen noch unbeantworteten Fragen.

Prof. Simon Hanslmayr ist Neurowissenschaftler an der University of Glasgow und hat ein besonderes Interesse an Gehirnrhythmen und Gedächtnis. Er hat zu diesem Thema über 100 wissenschaftliche Artikel in international rennomierten Zeitschriften publiziert und etliche Buchbeiträge verfasst. Er studierte Psychologie an der Paris-Lodron Universität Salzburg, wo er 2005 promovierte. Darauf folgten Forschungsaufenthalte an der Universität Regensburg, Universität Konstanz, und University of Birmingham, bevor er 2020 an die University of Glasgow berufen wurde.

Teilnahmegebühr: € 5,-
Anmeldungen bei und der VHS Linz unter 0732 7070-0, www.vhs.linz.at oder
Sie erhalten den Zoom-Link an Ihre angegebene E-Mail-Adresse

Folder zum Download

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